Die ABCSG setzt Weltstandards in der Brustkrebstherapie

06.07.2005

Zwei Studienergebnisse, welche die Antihormontherapie bei Brustkrebspatientinnen revolutionieren werden, präsentierten Forscher der ABCSG beim diesjährigen Breast Cancer Symposium in San Antonio/Texas. Die markanten Resultate der ABCSG-Studie 12 und 8 betreffen sowohl die Verhinderung des oft als Nebenwirkung auftretenden Knochenschwundes, als auch einen Wechsel der Medikation durch die das neuerliche Auftreten von Brustkrebs verhindert werden kann.

Studie 12 – Kein Verlust an Knochendichte durch Antihormontherapie

Das Teilergebnis der Studie 12 zeigt, dass prämenopausale Patientinnen unter einer adjuvanten endokrinen Therapie in vielen Fällen einen massiven Knochendichteverlust erleiden. Durch die Gabe des Bisphosphonates Zoledronat kann dieser unwillkommene Nebeneffekt, der Knochenbrüche begünstigt, verhindert werden. Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant: „Bei 401 Patientinnen wurde die Knochendichte innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten, einem und drei Jahren gemessen. Patientinnen, die mit dem Bisphosphonat behandelt wurden, wiesen keinen Verlust an Knochendicht auf. Beim Therapiearm ohne diese Behandlung zeigte sich ein signifikanter Knochendichteverlust von 12 Prozent.“ Aus diesem Grund werden Patientinnen in der Studie 12, die innerhalb von einem Jahr einen Knochendichteverlust von 10 Prozent oder einen T-Score – auch das ist ein Wert, der bei der Knochendichtemessung ermittelt wird – von -2,5 erreicht haben, unabhängig von der jeweiligen Therapie mit Zoledronat behandelt.

Patientinnen, die außerhalb der klinischen Studie behandelt werden, empfiehlt die ABCSG einmal pro Jahr die Knochendichte überprüfen zu lassen und bei Knochendichteverlust eine Behandlung mit Zoledronat zu beginnen.

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Studie 8 – Standardtherapie wird abgelöst

Insgesamt beträgt die Nachbehandlung für hormonrezeptorpositive Brustkrebspatientinnen derzeit fünf Jahre. Univ.-Prof. Dr. Raimund Jakesz: „Im Rahmen der Studie 8 erhielten Patientinnen zwei Jahre lang das Antiöstrogen Tamoxifen, danach bekam die Hälfte der Studienteilnehmerinnen für weitere drei Jahre das gleiche Medikament, die andere Hälfte den Aromatasehemmer Anastrozol“. Das Ergebnis war sensationell: Beim Behandlungsarm „Tamoxifen gefolgt von Anastrozol“ war die Gefahr für die betroffenen Frauen, neuerlich an Brustkrebs zu erkranken, deutlich reduziert. Lokalrezidive und Fernmetastasen traten um 40 Prozent weniger häufig auf als unter der Standardtherapie. Resümee: Aromatasehemmer sind dabei Tamoxifen als Standard der adjuvanten Hormontherapie bei rezeptorpositivem Mammakarzinom zu ergänzen oder zu ersetzen.



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