22.09.2015

Michael Gnant
Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant

Priv.-Doz. Dr. Peter Dubsky
Priv.-Doz. Dr. Peter Dubsky

Genexpressionstest: Prosigna® an der MedUni Wien im Einsatz

Dieser Test wurde anhand der Langzeit-Follow-Up-Daten von ABCSG 8 in einem gemeinschaftlichen Projekt mit der US-Biotech-Firma NanoString entwickelt.

Der Prognosetest Prosigna® kann hormonrezeptor-positive Brustkrebs-Patientinnen identifizieren, die ein Rückfallrisiko von weniger als 10% in den nächsten zehn Jahren haben. Dies trifft voraussichtlich auf etwa ein Drittel der Patientinnen zu, der Subtyp HR+ zählt zu den häufigsten Arten des Mammakarzinoms. Bislang waren vor allem klinische Parameter ausschlaggebend für die weitere Behandlung. Um das Rezidivrisiko zu minimieren, erhielten diese PatientInnen standardmäßig nach der antihormonellen Therapie eine Chemotherapie – die bei einem von Haus aus geringen Rückfallrisiko gar nicht nötig gewesen wäre.

Neben der Prognose zum Rezidivrisiko liefert der Test außerdem wertvolle Informationen über die Zusammensetzung des Tumors. ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant dazu: „Mit Hilfe des Tests können wir die Therapie noch genauer an die individuellen Tumoreigenschaften anpassen. Das bedeutet, dass wir zukünftig weniger Patientinnen der nebenwirkungsreichen Chemotherapie aussetzen müssen. Natürlich bleiben auch mit dem Test die klinischen Parameter nach wie vor wichtig, der Test kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Prognose anhand der klinischen Parameter allein unsicher ist.“

Die Medizinische Universität Wien führt diesen Test derzeit als einziges Spital in Österreich durch. Das Testergebnis liegt bereits nach wenigen Tagen vor und kann so rasch in die Therapieentscheidung einbezogen werden. Dieser Test wird aber auch für Patientinnen anderer Spitäler angeboten, sodass Brustkrebspatientinnen österreichweit davon profitieren können.

ABCSG-Investigator Priv.-Doz. Dr. Peter Dubsky erläutert die Vorteile: „Genexpressionstests wie Prosigna® sind für die KollegInnen, die im Tumorboard gemeinsam über die Therapie einer Patientin beraten, mittlerweile wichtige Entscheidungshilfen. Wir sind froh, dass wir an der Medizinischen Universität Wien die Möglichkeit haben, diesen Test als eine der ersten Kliniken verwenden zu können. Damit sind wir in der Lage für eine große Gruppe an Patientinnen eine individuellere und genauere Therapieempfehlung zu erstellen.“

Die ABCSG freut sich sehr, mit den Studiendaten von ABCSG 8 zu diesem Erfolg maßgeblich beigetragen zu haben.


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