08.05.2012

Startschuss für innovative Brustkrebs-Impfstudie ABCSG-34

Neuartige Immuntherapie mit Stimuvax® soll Ansprechen der neoadjuvanten Tumortherapie bei Brustkrebs verbessern

„Eine Impfung gegen Brustkrebs“ – was lange Zeit scheinbar unmöglich erschien, rückt nun in greifbare Nähe. Die ABCSG testet in ihrer Studie-34 weltweit erstmals eine neuartige Immuntherapie zur Behandlung des Mammakarzinoms. 400 prä- und postmenopausale Patientinnen werden in dieses innovative Studienprogramm eingeschlossen. Die Randomisierung hat bereits begonnen und die erste Patientin nimmt bereits am Zentrum Universitätsklinik für Innere Medizin I in Wien (Prof. Günther Steger) teil.

ABCSG-34 wird insgesamt 400 prä- und postmenopausale Patientinnen mit primärem Mammakarzinom einschließen. Die Studienteilnehmerinnen werden eine moderne präoperative Standardtherapie erhalten, die entweder eine endokrine Behandlung mit Letrozol oder eine Chemotherapie mit EC+T in reverser oder normaler Sequenz beinhaltet. Zusätzlich erhält die Hälfte der Patientinnen den Wirkstoff L-BLP25 (Stimuvax®).

L-BLP25 besteht aus einem MUC1 Glykoprotein, einem künstlich hergestellten Peptid. Die Impfung ruft im Idealfall eine Immunantwort auf MUC1-exprimierende Tumorzellen hervor. MUC1 wird zu über 90 Prozent auf Mammatumoren exprimiert. Das Protein wird vor der Verabreichung in ein Liposom verkapselt. Diese liposomale Hülle fördert die Erkennungsrate des Antigens durch das menschliche Immunsystem.

Die Impfung soll also nicht nur die Wirkung der neoadjuvanten Therapie verstärken, sondern auch direkt zur Hemmung des Tumorwachstums beitragen.

Insgesamt werden nach und nach 20 österreichische Brustkrebszentren an dieser innovativen Studie teilnehmen. Die Randomisierung soll bis Mai 2014 abgeschlossen sein. Mit ersten Ergebnissen wird bis Ende 2014 gerechnet.

Univ.-Prof. Dr. Günther Steger zur ersten Patientin in ABCSG-34:

„Dank des unermüdlichen Einsatzes aller beteiligten Mitarbeiter der Partnerabteilungen Chirurgie und Onkologie an der MUW/AKH-Wien und der ABCSG-Studienzentrale , ist es heute gelungen, die erste Patientin für ABCSG-34 zu  randomisieren – Gratulation an Alle ! Somit ist dieses innovative Studienprotokoll zur neoadjuvanten, systemischen Therapie des primären Mammakarzinoms, das erstmals auch einen Vaccinierungsansatz enthält, aktiv und steht somit unseren Patientinnen zur Verfügung. Die Initiierungen und Aktivierungen aller geplanten 20 Studienzentren geht nun in ganz Österreich  weiter zügig voran, damit in den kommenden Wochen und Monaten dieses Protokoll mit diesem vielversprechenden Therapieansatz allen betroffenen Brustkrebspatientinnen so rasch wie möglich zugänglich ist.“


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