15.10.2013

Mamma Diskurs

7. Interdisziplinärer Mamma-Diskurs

Rund 100 interessierte ZuhörerInnen kamen letzten Freitag ins Novomatic Forum zum 7. Interdisziplinären Mamma-Diskurs.

Das Programm begann mit einem in den letzten zwei Jahren sehr kontroversiell diskutierten Thema – Axillamanagement bei positivem Sentinel. Die Ergebnisse der ACOSOG-Studie wurden sowohl für den Pro-Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Florian Fitzal als auch für das Contra von Univ.-Prof. Dr. Christian Marth herangezogen – mit jeweils unterschiedlichen Interpretationen. Trotz der divergenten  Zugänge bestand bei der anschließenden Diskussion unter Vorsitz von ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant weitgehend Konsens.

Der Vortrag von Priv.-Doz. Dr. Rupert Bartsch beschäftigte sich mit ZNS-Metastasen. Der Focus lag besonders auf der Prophylaxe bzw. Früherkennung von Hirnmetastasen – ohne entsprechende Studien sei es allerdings schwer, zu eindeutigen Empfehlungen zu gelangen.

Das hochkarätig besetzte Panel (Priv.-Doz. Dr. Brigitte Mlineritsch, Univ.-Prof. Dr. Christian Singer, Univ.-Prof. Dr. Günther Steger, Univ.-Prof. Dr. Herbert Stöger) diskutierte mit den Referenten die Sinnhaftigkeit von Hirn-Screenings. Auch das Publikum war bei diesem Thema sehr aktiv, neben dem Präsidenten der Österreichischen Krebshilfe, Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, sprach sich vor allem die Strahlentherapeutin Prim. Dr. Annemarie Schratter-Sehn strikt gegen prophylaktische Bestrahlung des Gehirns aus. Ihr Wunsch, nächstes Jahr auch einen Radiologen am Panel zu sehen, wurde vom Moderator des Abends, Prof. Gnant, gerne als Anregung aufgenommen.

Nach der Conclusio, dass Studien nötig sein werden, um gültige Empfehlungen aussprechen zu können, wurde es Zeit für den Gastvortrag.

Prof. Dr. Evandro De Azambuja, internationaler Principal Investigator von ABCSG-38, war vom renommierten Jules-Bordet-Institut aus Brüssel angereist, um über Therapieresistenzen in der Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms und deren mögliche Überwindung zu sprechen. Vor allem von der Kombination Trastuzumab mit DM1 (T-DM1),  bei der die Chemotherapie erst in der Tumorzelle freigesetzt wird, verspricht man sich einiges – Studien im adjuvanten Setting laufen derzeit. Zum Abschluss hielt De Azambuja fest, dass es fast schon zu viele Optionen in der Krebstherapie gibt und man als allgemeinen Grundsatz nur definieren kann, dass nicht immer die aggressivste Therapie die beste ist.

Beim anschließenden Buffet wurden einige Aspekte der Vorträge noch intensiv diskutiert – wir freuen uns, wenn diese abwechslungsreiche Fortbildungsveranstaltung 2014 fortgesetzt wird.

Bilder von der Veranstaltung
Freitag, 11. Oktober 2013
Wien, Novomatic Forum

Fotos: © Barbara Krobath

 


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