20.04.2018

Vesna Bjelic-Radisic: Europäische Forschung in Österreich

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Vesna Bjelic-Radisic, © J.J.Kucek

Dass ABCSG-ExpertInnen auch außerhalb der Grenzen Österreichs in Forschung und Wissenschaft ordentlich mitmischen, ist bekannt. Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Vesna Bjelic-Radisic ist so ein Beispiel. Neben ihrem Engagement für die noch recht junge Studie ABCSG 48/POSITIVE hat die Brustkrebsexpertin noch sage und schreibe zwei Grants der EORTC (European Organisation for Research and Treatment for Cancer) in die steirische Landeshauptstadt gebracht, ein dritter Grant ist bereits in Vorbereitung.

„Gemeinsam mit KollegInnen aus Europa, Australien, Asien,  Südamerika, Indien, Taiwan und Israel habe ich in den letzten drei Jahren den ‚alten‘ EORTC-Fragebogen zur Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen upgedatet“, beginnt Prof. Bjelic-Radisic mit der Aufzählung ihrer zahlreichen Tätigkeiten. „Dafür hat mir die EORTC den Auftrag sowie einen Grant gegeben.“ Diesem Projekt („Update EORTC QLQ BC 23“) steht sie als Principal Investigator vor. Damit können in aktuellen Erhebungen zur Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen neue Therapien (und deren Nebenwirkungen) berücksichtigt werden. Dieser Fragebogen wird auch in den bald startenden ABCSG-Studien 22R und 45 zum Einsatz kommen.

„Zusammen mit Fatima Cardoso (Executive Board Member bei ESMO und Direktorin der Breast Unit im Klinikcenter Lissabon, Anm.)  und als Resultat einer internationalen Kooperation mit Galina Velikova vom St. James’ University Hospital in Leeds, David Cameron, dem klinischen Direktor des University of Edinburgh Cancer Research Centre, Herman Westenberg vom University Medical Center Utrecht und dem EORTC-Team aus dem Hauptquartier in Brüssel leite ich noch ein Follow-Up-Projekt (Phase-IV-Studie) für Brustkrebspatientinnen. Ziel dieser Studie ist es, die verschiedenen Modelle des Follow-Up in den einzelnen Ländern zu vergleichen  und den Bedarf an der emotionalen und sozialen Unterstützung der Patientinnen zu erheben. Wir hoffen, dass wir damit eine Art Wegweiser für eine differenzierte Nachsorge erhalten können (abhängig vom Risiko, Bedarf etc.)“, erläutert Prof. Bjelic-Radisic die Relevanz dieser Daten. 

Auch dieses Projekt („Follow-up in Early Breast Cancer (EBC) Patients: An EORTC QLG-BCG-ROG Protocol“) wird von der EORTC mittels Grant finanziert, um herauszufinden, welche Follow-Up-Strategie am besten geeignet ist.

Als wäre das nicht schon genug, steht die nächste Aufgabe schon in den Startlöchern. „Neben den zwei Grants, die ich schon habe, erwarte ich in den nächsten Tagen den dritten – da geht es um Brustkrebs bei Männern, das mache ich gemeinsam mit dem internationalen Male-BC-Consortium, das die EORTC und das Translational Breast Cancer Research Consortium (TBCRC) koordiniert“, legt Prof. Bjelic-Radisic nach. In Vorbereitung ist daher ein „Questionnaire for male BC” (Quality of life (QoL) in male breast cancer (BC): prospective study of the EORTC10085/TBCRC029/BIG2-07/NABCG International Male BC Program), hier wird ein eigener Fragebogen für Männer mit Brustkrebs entwickelt. An diesem so wichtigen Projekt beteiligen sich Zentren aus Europa, den U.S.A., Peru und Brasilien. Die Grazer Frauenklinik ist das einzige österreichische Zentrum in diesem illustren Reigen.

Angesichts des großen wissenschaftlichen Engagements von Vesna Bjelic-Radisic ist es umso bedauerlicher, dass sie im August der Grazer Frauenklinik den Rücken kehren und als Leiterin der Sektion Senologie ins Helios Universitätsklinikum in Wuppertal wechseln wird.

Die ABCSG gratuliert zur neuen Position und wünscht für die neuen Herausforderungen alles Gute! Gleichzeitig freuen wir uns, bis dahin noch zusammenarbeiten zu können und gemeinsame Projekte auch weiterhin gut voran zu bringen.


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