20. Interdisziplinärer Mamma Diskurs 2026

20. Interdisziplinärer Mamma Diskurs 2026
Spannungsfeld Eskalation / Deeskalation - die nächsten Schritte zur Heilung von Brustkrebs


Am 7. Oktober fand der 20. Interdisziplinäre Mamma Diskurs der ABCSG gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Senologie statt. Zum 20-jährigen Jubiläum bot das historische Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek einen besonderen Rahmen für einen Abend, der im Zeichen des heurigen Mottos „Spannungsfeld Eskalation / Deeskalation – die nächsten Schritte zur Heilung von Brustkrebs“ stand. Expert:innen aus unterschiedlichen Disziplinen präsentierten und diskutierten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Bedeutung für die klinische Praxis.

Der erste Themenblock widmete sich der Lokaltherapie des Mammakarzinoms und der Frage „Weniger ist mehr?“. Unter dem Vorsitz von OA Dr. Daniel Egle und Univ.-Prof. Dr. Alexandra Resch gab DDr. Kerstin Wimmer einen Überblick über rezente Entwicklungen und Standards der Axillachirurgie. ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant beleuchtete in seinem Impulsvortrag die Brusterhaltung als Standard of Care und ordnete aktuelle Entwicklungen im Kontext des St. Gallen Consensus ein. Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Dolores Wolfram-Raunicher stellte gestielte Perforatorlappen für größere Gewebedefekte als mögliche Alternative zur Mastektomie vor. Dr. Katharina Spechtler widmete sich der autologen Rekonstruktion und Bestrahlung, während OÄ Dr. Daniela Kauer-Dorner den aktuellen Stand der Deeskalation in der Radiotherapie – von „gar nicht“ bis Fast Forward und im Kontext einer Rekonstruktion – diskutierte. Eine anschließende Panel-Diskussion mit den Sprecher:innen, moderiert von Daniel Egle und Alexandra Resch, rundete den ersten Block ab.

Im zweiten Teil stand die Systemtherapie des Mammakarzinoms im Mittelpunkt. Unter dem Schwerpunkt „Aktuelle Forschungsprojekte in Österreich“ wurden verschiedene Ansätze zur weiteren Individualisierung und Deeskalation der Therapie vorgestellt. Unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Christian Singer und Univ.-Prof. Dr. Günther Steger sprach Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Gabriel Rinnerthaler über Möglichkeiten der Deeskalation beim triple-negativen Mammakarzinom, während Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Rupert Bartsch den Einsatz von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) beim frühen Mammakarzinom beleuchtete. OA Dr. Daniel Egle ging der Frage nach, ob ctDNA bereits ein neues, für die klinische Praxis relevantes Instrument sei. Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Georg Pfeiler widmete sich den neuen endokrinen Therapieansätzen mit SERDs und der Frage, welchen Stellenwert diese künftig im Verhältnis zu oder in Kombination mit CDK4/6-Inhibitoren haben könnten.

Abschließend richtete Priv.-Doz. Dr. Kathrin Strasser-Weippl den Blick auf klinische Studien und Real-world-Evidenz in und aus Österreich und stellte den aktuellen Status sowie Perspektiven für die Zukunft vor. In der abschließenden Panel-Diskussion mit den Sprecher:innen sowie Univ.-Prof. Dr. Martin Filipits und Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Zsuzsanna Bago-Horvath, moderiert von Christian Singer und Günther Steger, wurden die unterschiedlichen Aspekte des Abends noch einmal zusammengeführt und kritisch eingeordnet.

Zum Abschluss fassten Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant und Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Dolores Wolfram-Raunicher die wichtigsten Erkenntnisse der Vorträge und Podiumsdiskussionen zusammen und bedankten sich bei allen Vortragenden, Diskutant:innen und Teilnehmer:innen für ihre wertvollen Beiträge und den fachlichen interdisziplinären Austausch.

Impressionen

Ein besonderer Dank gilt auch unseren Sponsoren, ohne deren Unterstützung die Ausrichtung dieser Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

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10.10.2026

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