19.12.2008

San Antonio: ABCSG und Mayo Clinic finden genetische Ursache für Therapieansprechen bei ER+ Brustkrebspatientinnen

Neue Forschungsergebnisse wurden von Wissenschaftern der Mayo Clinic in Zusammenarbeit mit der ABCSG veröffentlicht: Diese bestätigen, dass Patientinnen mit einem vererbten Mangel des vom CYP2D6 Gens produzierten Enzyms ein 4-fach erhöhtes Risiko für eine Wiederkehr ihres Brustkrebses im Frühstadium haben.

Tamoxifen wird in der Behandlung von östrogenrezeptor-positivem (ER+) Brustkrebs eingesetzt und ist ein “Pro-Drug”, d. h., es muss erst in der Leber metabolisiert werden, um aktiv werden zu können. Forscher an der Mayo Clinic hatten schon zuvor entdeckt, dass diese Substanz bei Frauen weniger wirksam ist, die einen Mangel am vom CYP2D6 Gen produzierten Enzym hatten – dem Gen, das für die Aktivierung von Tamoxifen und vielen anderen Arzneimitteln verantwortlich ist.

In dieser Untersuchung haben Forscher die DNA aus einer Untergruppe der Patientinnen analysiert, die an der ABCSG-Studie 8 teilgenommen haben. Diese Studie hat rund 3.900 Frauen eingeschlossen, deren ER+ Brustkrebs chirurgisch entfernt worden war. Eine Gruppe der Patientinnen hatte 5 Jahre lang Tamoxifen erhalten und die andere Tamoxifen für 2 Jahre gefolgt von 3 Jahren Anastrozol, einem Aromatasehemmer.

Bei 9% der Studienpatientinnen lag ein mangelhafter CYP2D6-Stoffwechsel vor. Rezidive traten 4 mal häufiger bei dieser Patientinnengruppe mit schlechter Metabolisierung bzw. genetischer Veränderung des Gens CYP2D6 auf als bei Frauen ohne genetische Veränderung, die daher Tamoxifen leicht verstoffwechseln konnten. Die Forscher fanden kein erhöhtes Rezidiv-Risiko bei Frauen mit schwachem Stoffwechsel, welche auf eine Anastrozol-Behandlung umgestiegen waren. Aufbauend auf diesen Befunden empfehlen die Forscher, dass postmenopausale Frauen, die eine Tamoxifen-Therapie in Erwägung ziehen, sich im Hinblick auf mögliche und gewöhnliche Veränderungen des CYP2D6 Gens untersuchen lassen sollten.

Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant: „Das ist die wichtigste Botschaft dieser großartigen Zusammenarbeit zwischen dem Team von der Mayo Clinic und der ABCSG.“


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